Coves d’Artà – Dunkelheit mitten am Tag

Ist euch auch schon einmal aufgefallen, dass Urlaubstage grundsätzlich schneller vergehen als normale (Arbeits-)Tage? Eben waren wir noch auf dem Puig de Sant Salvador (okay, den letzten Besuch in Frankfurt am Main überspringen wir einmal), jetzt schon wieder am Strand von Cala Millor – zur besten Sonnenaufgangszeit. Dabei sah erst alles gar nicht nach Sonnenaufgang auf – kein schönes Morgenrot, wie wir es aus Deutschland kannten. Schwer zu unterscheiden, ob Wolken oder Dunst.

Doch plötzlich schob sich die rote Kugel scheibchenweise nach oben und erhellte den dunstigen Morgenhimmel – da war sie!

Sonnenaufgang am Strand von Cala Millor

Sonnenaufgang am Strand von Cala Millor

Nach dem Frühstück beginnt unser letzter der drei Roadtrip-Tage auf Mallorca. Und ich muss sagen – der erste Halt an den Coves d’Artà bei Canyamel ist einer der schönsten, die wir in den letzten Tagen gemacht haben. Ein Traum von Wasser, Aussicht und Feeling. Nach einem Zwischenfall auf dem Weg hierhin (mehr folgt in einem eigenen Artikel) sind wir hin und weg, als wir den Parkplatz erreicht haben und die ersten Schritte Richtung Küstenlinie machen.

Der Hauseingang, in dem wir stehen, macht uns neidisch. Blick über Canyamel und türkisblaues Wasser wie im Traum so greifbar, wie bislang noch nie. Traumhaft! Da stört auch der Kran die Aussicht nicht wirklich…

Die Bucht von Canyamel

Die Bucht von Canyamel

Hier bei Canyamel, einem kleinen Urlaubsort mit kaum mehr als 400 Einwohnern, befinden sich die Coves d’Artà. Eigentlich müssten sie anders heißen, aber da sie sich im Jahre 1858 auf dem Gebiet der Stadt Artà befunden haben, wurden sie so genannt. Heute liegt Canyamel auf dem Gemeindegebiet der Stadt Capdepera.

Der Eingang zu den Höhlen befindet sich auf der Meeresseite der Halbinsel Cap Vermell. Vom Parkplatz führt eine gut ausgebaute Straße direkt hierhin. Mittels Ampel wird die Zufahrt geregelt, da sie nicht breit genug für zwei Fahrzeuge ist. Busse fahren bis zum Eingang, Autos müssen draußen stehen bleiben. Neben der Straße geht es rund fünftig Meter tief ans Ufer – mal ist die Sicht mit Büschen und Bäumen versperrt, mal unverbaut. Es lohnt sich!

Unverbaute Bucht..

Unverbaute Bucht..

Wenige Minuten später stehen wir auf dem Parkplatz vor dem Eingang der Höhle. Zwei Reisebusse stehen hier auf dem Parkplatz – eine Gruppe kurz vor der Abfahrt, eine Gruppe in der Höhle. Dominiert wird der Parkplatz von einem großen Durchbruch mitten im Fels und einer großen Treppe, dem Ausgang. Hinein in die Tiefen des Felses geht es durch eine unscheinbare Gittertür links neben der Treppe.  Für leibliches Wohl sorgt ein kleiner Imbiss direkt nebenan.

Eingangsbereich der "Coves d'Artà"

Eingangsbereich der “Coves d’Artà”

Früher wurden die Höhlen bewohnt und dienten als Zufluchtsstätte von Piraten. Auch maurischen Soldaten haben 1229 versucht, hier in Sicherheit zu kommen und sich vor dem Heer des Königs von Aragón zu verstecken. Im Eingangsbereich fallen schwarze Verfärbungen auf – entstanden durch Ausräucherungsversuche.

Auf einen Besuch der Höhlen verzichten wir an diesem Tag, wir wollen den Nordosten Mallorcas noch ein wenig erkunden und die Zeit nutzen, die wir noch mit dem Mietwagen verbringen können. Trotzdem spricht nichts dagegen, die Treppe mal zu besteigen und schauen, was uns erwartet. Mit jedem Schritt wird es kühler, der Handyempfang bricht ab und die Dunkelheit nimmt zu.

Ein Eisengitter trennt uns nun vom Inneren der Höhle – allerdings ist es breit genug, um die Kamera durchzustecken und sie auf einer Querverstrebung stabil zu platzieren.

In den Coves d'Artà

In den Coves d’Artà

Wenn ihr mir schon länger folgt und auch einige Reiseberichte gelesen habt, dann wisst ihr auch, dass ich auf solchen Reisen immer ein Fotoprojekt plane und später hier im Blog veröffentliche. Eins verrate ich euch schon einmal vorab: die Idee für dieses Projekt bekam ich hier in den Höhlen. Wie es genau aussieht? Das seht ihr später, wenn es so weit ist ;-)

Jetzt geht es aber erst einmal wieder hinaus in die Sonne und Wärme – der Handyempfang kommt wieder, es wird auch schon spürbar wärmer und das Meer kommt wieder in Sichtweite. Alleine hierfür lohnt sich schon der Abstecher zu den Coves d’Artà und der Aufstieg auf die Treppen.

Blick am Ausgang

Blick am Ausgang

Von Palma bis hierhin sind es 79 Kilometer, von Artà 11 Kilometer. Auf diese 11 Kilometer werden wir uns jetzt auch begeben, denn die Stadt mit ihren rund 7.600 Einwohnern wird unser nächstes Ziel sein. Erneut vorbei an dieser tollen Bucht mit dem Segelschiff und den Blicken über das Mittelmeer, die Blicke auf Canyamel…und schon sitzen wir wieder im Mietwagen, auf der Fahrt nach Artà!

Noch 11 Kilometer!

Noch 11 Kilometer!

Büsche, Boot und Meer

Büsche, Boot und Meer

Schnorcheln im Paradies!

Schnorcheln im Paradies!

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