Roadtrip entlang der MA-10 auf Mallorca (Teil 2)

Ein weiterer sonniger Tag beginnt – und der zweite Teil des kleinen Roadtrips auf Mallorca kann beginnen. Da ich meine Route am Vortag in Port de Valldemossa beendet habe und auf dem Rückweg nur durch Valldemossa durchgefahren bin, wird er hier seinen Anfang haben.

Im Vergleich zu Estellencs und Banyalbufar vom Vortag ist die Gemeinde Valldemossa deutlich größer – rund 2050 Einwohner leben hier. Von Palma de Mallorca liegt sie rund 20 Kilometer entfernt im Tramuntana-Gebirge und ist vor allem durch den Komponisten Frédéric Chopin bekannt geworden, welcher 1838/39 zusammen mit George Sand, einer französischen Schriftstellerin, hier lebte. Heute gibt es ein Museum ihm zu Ehren in Valldemossa sowie das von Michael Douglas inittierte Kulturzentrum “Costa Nord” mit Informationen über die Serra de Tramuntana sowie kulturelle Veranstaltungen. Wer aufmerksam durch den Ort schlendert, der entdeckt an jedem Haus bunte Kacheln – sie erzählen Legenden aus dem Leben von Mallorcas einziger Heiligen, Catalina Thomás, die hier geboren wurde.

Valldemossa

Valldemossa

Pfarrkirche Sant Bartomeu

Pfarrkirche Sant Bartomeu

Eine der Legenden um Catalina Thomás

Eine der Legenden um Catalina Thomás

Weiter auf der MA-10 geht es Richtung, mit einem kurzen Stop mit Blick auf Sa Foradada – einer kleinen Landzunge kurz vor Deià. Deià gilt als Künstlerdorf Mallorcas und ist einigen namhaften Schaustellern, Malern und anderen Künstlern zu verdanken, die sich hier niedergelassen haben oder hatten. Zu ihnen gehören beispielsweise Pierce Brosnan, Sir Peter Ustinov, Pablo Picasso und Andrew Lloyd Webber.

Obwohl die Ortschaft den Eindruck eines kleines Dorfes vermittelt, sollte man sich nicht täuschen lassen. Zu den umsatzbringenden Einrichtungen in Deià gehören Galerien, teure Boutiquen und Restaurants, in denen sich manchmal auch die spanische Monarchenfamilie trifft.

Sa Foradada mit dem Loch im Felsen

Sa Foradada mit dem Loch im Felsen

Deià

Deià

Weitere Kilometer auf der MA-10 führen mich bergauf, bergab Richtung Norden – und wie schon zuvor zu meiner linken das Meer und zu meiner rechten die Berge des Tramuntana Gebirges. Vor mir eröffnet sich ein größeres Tal, in dem sich die Kleinstadt Sóller befindet. Sóller lebte bis zum Aufkommen des Tourismus’ von der Landwirtschaft – vor allem durch den Anbau von Zitrusfrüchten, was die Stadtbewohner zu Wohlstand brachte. Diese wurden mit dem “Roten Blitz”, einer Eisenbahnverbindung, nach Palma gebracht. Auch heute besteht diese Linie noch, wenn auch eher mit touristischem Schwerpunkt.

Sóller ist jedoch nur ein Wegpunkt meiner weitere Route auf diesem Roadtrip, das eigentliche Ziel liegt wieder einmal an der Küste und heißt Port de Sóller. Der Küstenort liegt in der kreisförmigen “Badia de Sóller”, die den einzigen Schutzhafen zwischen Port d’Antratx und Port de Pollença bildet und zum Vorteil des Ortes wurde. Zum rund drei Kilometer entfernten “Binnenort” besteht eine historische Straßenbahnverbindung, die in regelmäßigen Abständen hier verkehrt.

Kurz vor Sóller

Kurz vor Sóller

Port de Sóller - Berge und Meer

Port de Sóller – Berge und Meer

Viele kleine Boote...

Viele kleine Boote…

Hafenpromenade mit Straßenbahntrasse

Hafenpromenade mit Straßenbahntrasse

Der nächste Halt auf meinem kleinen Roadtrip wird eines meiner Highlights werden – und befindet sich streng genommen gar nicht auf der MA-10, sondern auf der MA-2141. Ich folge dennoch zunächst weiter der MA-10 Richtung Norden, Richtung Port de Pollença, die sich höher und höher in das Tramuntana-Gebirge windet, weg von der Küste. Kilometerlang geht es nur bergauf, eine Aussicht in die Täler reiht sich an die nächste. Am Mirador de ses Barques (noch nicht mein Highlight) lege ich eine etwas längere Pause ein als an den wenigen Haltemöglichkeiten entlang der Straße – von hier blickt man hinunter auf Port de Sóller mit der kleinen Bucht.

Die Fahrt führt mich weiter bergauf durch das Gebirge, vorbei am Puig Major, der mit 1.445 Metern der höchste Berg Mallorcas ist. An einem von zwei Tunneln halte ich erneut kurz an und blicke auf einen etwas kleinere Gipfel des Puig Majors, der sich bereits in den Wolken befindet. Der Verlauf der MA-10 führt an zwei Stauseen vorbei, die für die Wasservorsorgung der Hauptstadt Palma zuständig sind und einen kleinen Farbtupfer in die Landschaft setzen.

Blick auf Port de Sóller vom Mirador de ses Barques

Blick auf Port de Sóller vom Mirador de ses Barques

In den Wolken verschwundener Gipfel in der Serra de Tramuntana

In den Wolken verschwundener Gipfel in der Serra de Tramuntana

Cuber-Stausee

Cuber-Stausee

Wildlebende Schafe am Stausee "Gorg Blau"

Wildlebende Schafe am Stausee “Gorg Blau”

Nur kurz nach dem zweiten Tunnel verlasse ich dann die MA-10 und biege auf die MA-2141 nach Sa Calobra ab, meinem Highlight. Die 12 Kilometer lange kurvige Straße ist ein Traum und führt am Ende zu dem kleinen Örtchen, welches knapp über Meereshöhe liegt. Berühmt ist es für die Mündung des Sturzbaches Torrent de Pareis ins Mittelmeer am Ende der tief ins Gestein eingeschnittenen Schlucht sowie die MA-2141.

Solltet ihr jemals hierhin kommen, dann genießt die beeindruckenden Momente, wenn ihr im Bachbett umherlauft und von den hohen Felswänden umschlossen seid!

Straße nach Sa Calobra

Straße nach Sa Calobra

Mündungsbereich des Torrent de Pareis

Mündungsbereich des Torrent de Pareis

Mündung ins Mittelmeer

Mündung ins Mittelmeer

2 Kommentare

  1. Sehr cooler Bericht, so habe ich Mallorca noch nicht gesehen.
    Mir gefällt der Cuber-Stausee. Die Wolken geben ihm eine tolle Farbe.
    Herzliche Grüsse,
    Simon

    • Hallo Simon,

      Danke! Ich finde Mallorca hat einfach unzählige Seiten, nicht nur die Ballermann-Perspektive. Ein Ausflug abseits des Ballermanns lohnt sich wirklich! :-)

      Viele Grüße,
      Alex

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