Bei der Queen in Berlin

Drehen wir die Zeit gut einen Monat zurück. Ich sitze zuhause und stolpere über einen Artikel in der Zeitung – während wir in Berlin sein werden, wird auch Queen Elizabeth II. in Berlin sein. Mit abgedruckt ein erstes, ungefähres Programm – die Chancen, “Her Majesty The Queen” sehen zu können stehen also gut.

In Berlin selber gehen die Vorbereitungen langsam voran – am Pariser Platz, gegenüber des Hotel Adlon, wird eine Bühne für Fernsehsender aufgebaut, Absperrungen liegen bereit und man spürt es, das Queen-Fieber. Im Radio, in den Zeitungen und auf den Monitoren in S- und U-Bahn gibt es nur ein Thema: den Besuch von Queen Elizabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip. Unterdessen ist auch das Programm veröffentlicht worden – im Gegensatz zu anderen Staatsoberhäuptern lässt sie durchaus eine gewisse Nähe zum Volk zu.

Für ihren Berlinbesuch steht unter anderem eine Bootstour mit Bundespräsident Joachim Gauck über die Spree auf dem Plan, die sie vom Schloss Bellevue bis zum Anleger beim Paul-Löbe-Haus im Regierungsviertel führen wird. Entlang der Spree besteht also die Möglichkeit, ihr berühmtes Winken einmal live sehen zu können. Kurz vor der Kronprinzenbrücke am Spreebogen haben wir unseren Platz gefunden, ohne Gedränge und mit guter Sicht auf die Spree.

Um uns herum füllt es sich noch ein wenig, doch ich würde es nicht als voll bezeichnen. Eine Dame verteilt kleine Flaggen mit dem Motiv Großbritanniens, unweit von uns dreht sich ein Regenschirm mit Union Jack-Design, Kameras werden gezückt und mit Spannung wird gerätselt, welche Farbe das heutige Outfit wohl haben wird  – heute sollte es ein weißes sein. Die Minuten vergehen, der Polizeihubschrauber kommt näher, das kleine Schiff biegt um den Spreebogen – the Queen is coming!

Nach einer kleinen Runde durch das Regierungsviertel legt die “Ajax” schließlich am Anleger an, wo eine Kindergarten-Klasse das britische Oberhaupt fahnenschwenkend erwartet. Für die Queen geht es allerdings zügig weiter in ihren Bentley – der nächste Programmpunkt wartet bereits.

Zwei Tage später werden wir sie erneut treffen – bei der Ankunft am Hotel Adlon, nach ihrem Kurzausflug, der sie in die Bankenstadt Frankfurt am Main führte. Eher zufällig trafen wir gut 20 Minuten vor ihrer Ankunft am Pariser Platz ein und deuteten die Zeichen richtig, dass ihre Rückkehr ins Hotel kurz bevor stand.

Gut eine Stunde später sollte sie das Adlon wieder verlassen, doch nach zwei Aufeinandertreffen mit der Queen entschieden wir uns für einen Spaziergang durch das Regierungsviertel und an der Spree entlang – die letzten Stunden Berlin wollten wir noch einmal ohne Warten und ohne Stress verbringen.

Die Queen wird im Regierungsviertel erwartet

Die Queen wird im Regierungsviertel erwartet

"Da hinten, dort wird das Boot herkommen"

“Da hinten, dort wird das Boot herkommen”

Den Daheimgebliebenen vom Besuch von Queen Elizabeth II. berichten

Den Daheimgebliebenen vom Besuch von Queen Elizabeth II. berichten

Die "Ajax" auf der Spree

Die “Ajax” auf der Spree

Bundespräsident Gauck mit Gattin sowie Queen Elizabeth II mit Prinz Philip

Bundespräsident Gauck mit Gattin sowie Queen Elizabeth II. mit Prinz Philip

Jubelnde Schulklasse

Jubelnde Schulklasse

Ankunft aus Frankfurt am Main am Adlon

Ankunft aus Frankfurt am Main am Adlon

 

2 Kommentare

  1. Die Queen hat mal meine Universität besucht, ich glaub das war 2004. Hochsicherheit und doch habe ich es geschafft, nur 20 Meter neben der Queen zu stehen, immer Blick auf die Scharfschützen auf dem Dach. ich war überrascht wie klein sie ist, und doch umgibt diese Person eine ganz besondere Aura. Zwei mal hat sie uns dann in ihrem Wagen noch vom Weg zurück ins Büro abgehalten… Ich hab mich nur gefragt, ob ihr die Hand vom vielen Winken nicht weh tat…

    • Hallo Janett,

      da gebe ich dir Recht – wie klein sie wirklich ist und was sie ausstrahlt, das hätte ich nicht erwartet. Hochsicherheit habe ich persönlich nicht wahrgenommen, nur bei der Spreefahrt fuhren permanent Polizeifahrzeuge auf den Wegen und Straßen parallel zur Spree mit sowie ein Boot mit mehreren vermummten Polizisten, die teilweise mit Fernglas die Besucher beobachteten.

      Ansonsten klar, recht viel Polizei zum Absperren, aber Scharfschützen habe ich zumindest nicht wahrgenommen. Entweder gut getarnt und versteckt, oder aber die Sicherheitslage hat sich mit dem zeitlichen Abstand zu 2001 etwas entspannt.

      Liebe Grüße,

      Alex

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