Der Blick der Frauenkirche

Der nächste Tag begann sehr sonnig. In der Sonne war es richtig schön angenehm, einzig der Wind bließ ein wenig frisch. Im Schatten war es daher etwas kalt, aber in der Sonne waren die Temperaturen zum Aushalten.

Wir beschlossen, nochmals der Brühlschen Terrasse einen Besuch abzustatten. Geparkt haben wir dieses Mal direkt an der Frauenkirche, im dortigen Parkhaus.

Unsere erste Sehenswürdigkeit am heutigen Tage war das Albertinum. Das Albertinum war in früheren Jahren ein Zeughaus, welches von 1559 bis 1563 erbaut wurde. Es ist 107 Meter lang und 57 Meter breit. Im Siebenjährigen Krieg wurde das Zeughaus zwar geplündert, aber nicht zerstört oder beschädigt. 1877 verlor es nach der Fertigstellung eines neuen Zeughauses in der Dresdner Alberstadt an Bedeutung.

Albertinum Dresden

Albertinum Dresden

Seit 1888 heißt es Albertinum, zu Ehren des König Alberts. 1891 eröffnete hier eine Sammlung, sodass das ehemalige Waffenarsenal von nun an als Museum diente. Während des Zweiten Weltkrieges brannte es teilweise aus und Malereien von Hermann Prell wurden zerstört. Sowjetische Truppen überführten andere Kunstschätze in ihre Heimat. Heute beherbergt es die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung.

Bevor wir die Treppe zur Terrasse hinaufstiegen drehten wir uns um und blickten auf die Kuppel der Frauenkirche. Das Gebäude rechts ist die Kunstakademie Dresden. Im Gebäude in der Bildmitte befindet sich der Aufgang des Parkhauses an der Frauenkirche.

Zwischen Brühlscher Terrasse und Frauenkirche

Zwischen Brühlscher Terrasse und Frauenkirche

Zwei Kuppeln unter sich: Die Kuppel der Frauenkirche und die Kuppel der Kunstakademie Dresden, die auch “Zitronenpresse” genannt wird.

Die "Zitronenpresse"

Die “Zitronenpresse”

Nachdem wir die Treppen hinaufgestiegen sind, gingen wir herüber in den Brühlschen Garten. Er ist eine kleine Gartenanlage am westlichen Ende der Brühlschen Terrasse und wurde 1739 angelegt. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist er seit 1814.

Brühlscher Garten mit Blick auf Frauenkirche und Kunstakademie

Brühlscher Garten mit Blick auf Frauenkirche und Kunstakademie

Blick Richtung Brühlsche Terrasse

Blick Richtung Brühlsche Terrasse

Von hier hat man einen schönen Blick auf die Elbe und die andere Uferseite. Links am anderen Ufer befindet sich das Sächsische Staatsministerium der Finanzen, welches seit 1990 hier seinen Sitz hat und vorher die Volkspolizei sowie eine Ingenieursschule beherbergte. Das rechte Gebäude neben der Carolabrücke ist die Sächsische Staatskanzlei, wo der sächsische Ministerpräsident seinen Amtssitz hat. Mit den Schiffen im Vordergrund kann man Fahrten über die Elbe unternehmen.

Finanzministerium und Staatskanzlei mit Elbe und Carolabrücke

Finanzministerium und Staatskanzlei mit Elbe und Carolabrücke

In Dresden sind an mehreren Stellen rote Rahmen montiert. Wenn man durch sie hindurchschaut, erhält man einen Blick wie ihn der Maler Bernardo Bellotto (genannt Canaletto) auf seinen Bildern hatte. Auch an der Brühlschen Terrasse befindet sich solch ein Bilderrahmen.

Canalettos Blick zur Semperoper

Canalettos Blick zur Semperoper

Wir schlenderten weiter in Richtung Semperoper und hielten in Höhe der Münzgasse wie schon am Tag zuvor kurz an. Künstler verkaufen hier auf der Terrasse selbstgemalte Bilder mit Dresdenmotiven oder “Zunft-Abzeichen” mit modernen Berufen.

Gestern erhellten hier noch die Sterne der Dekoration die Straße, nun leuchtet ein ganz anderer Stern in die Münzgasse hinein.

Münzgasse

Münzgasse

Angekommen am Theaterplatz vor der Semperoper erstrahlt das Reiterstandbild König Johann von Sachsen im Sonnenlicht.

Reiterstandbild König Johann von Sachsen

Reiterstandbild König Johann von Sachsen

Auch die Semperoper wird durch die Sonne schön angestrahlt und lädt zu Fotos geradezu ein. Wer mag, kann sich auch durch die Oper führen lassen und so allerlei Wissenswertes über die Geschichte erfahren.

Semperoper

Semperoper

Auf der anderen Seite desTheaterplatzes: Blick Richtung St. Trinitatis und das Residenzschloss. Im Vordergrund befindet sich das Café Schinkelwache. Auch hier gibt es die bekannte Dresdner Kuchenspezialität, die Eierschecke. Im Gebäude befindet sich ebenfalls ein Ticketshop für die Semperoper.

Schinkelwache am Theaterplatz

Schinkelwache am Theaterplatz

Die Schinkelwache wird auch Altstädtische Hauptwache oder Neue Hauptwache genannt. Sie wurde 1830 bis 1832 errichtet und trägt ihren Namen nach dem preußischem Archtigekten Karl-Friedrich Schinkel. 1956 wurde die Wache wiederaufgebaut und seit 1985 befindet sich hier die Vorverkaufsstelle der Semperoper. Nach einer weiteren Restaurierung 1993 bis 1996 haben sich das bereits erwähnte Café und ein Buch- und Souvenirladen hier angesiedelt.

An diesem sonnigen Tag besuchten wir erneut den Zwinger. Im Gegensatz zum Vortag gingen wir heute durch das östliche Tor hinein.

Im Dresdner Zwinger

Im Dresdner Zwinger

Sehenswert im Zwinger ist das Kronentor, welches ursprünglich den Zugang zur Stadt von außerhalb ermöglichte.

Kronentor

Kronentor

Nachdem wir den Zwinger wieder verlassen haben, gingen wir erneut am Kempinski-Hotel “Grand Hotel Taschenbergpalais” und am Grünen Gewölbe. Das Grüne Gewölbe zeigt die Sammlung aus der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten. Der Name leitet sich von den vormals grün gestrichenen Säulen ab. 1547 ließ der Kurfurst Moritz diesen Gebäudeteil errichten und war zunächst öffentlich nicht zugänglich. Im Jahre 1724 wurden die Sammlungen jedoch dann der Öffentlichkeit präsentiert und sind seitdem geöffnet.

Grünes Gewölbe und Swissôtel Dresden

Grünes Gewölbe und Swissôtel Dresden

Vorbei an der Dresdner Philharmonie steuerten wir die wahrscheinlich bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt Dresden an: die Frauenkirche. Eingebettet von Wohn- und Geschäftshäusern befindet sie sich am Neumarkt. Ursprünglich trug sie den Namen “Kirche Unserer Lieben Frau” – gemeint ist die Heilige Maria – und wurde innerhalb von 17 Jahren erbaut (1726 – 1743). Mit ihrer Kuppel verfügt sie über eine der größten steirnernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen.

Frauenkirche Dresden am Neumarkt

Frauenkirche Dresden am Neumarkt

Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 zunächst schwer beschädigt. Am Morgen des 15. Februars stürzte sie ein. Die Ruine blieb in der DDR als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung erhalten. 1994 begann der durch zahlreiche Spenden unterstützte Wiederaufbau, der 2005 abgeschlossen wurde. Von den circa 8.000 geborgenenen Trümmersteinen wurden 3.539 wieder in die rekonstruierte Kirche eingebettet.

Frauenkirche

Frauenkirche

Die dunklen Steine in der Fassade sind die geborgenen Trümmersteine, im Vordergrund ist der Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche am Neumarkt zu sehen. Auch hier roch es schön weihnachtlich nach Maronen und Glühwein.

Nebenan befindet sich das Verkehrsmuseum Dresden, das auf 5.000 Quadratmetern Fläche Ausstellungsstücke zur Geschichte der Eisenbahn, Schifffahrt, dem Straßenverkehr, Luftverkehr und Nahverkehr zeigt. Eröffnet wurde es 1956.

Verkehrsmuseum Dresden

Verkehrsmuseum Dresden

Wir gingen einmal um die Frauenkirche herum und kamen zum Eingang der Münzgasse. Wie schon bereits erwähnt befindet sie sich zwischen Brühlscher Terrasse und der Frauenkirche beziehungsweise dem Neumarkt. Hier fuhren gerade Kutschen ein, die die Touristen für kleine Touren mitnahmen – zum Beispiel zur Semperoper.

Pferdekutsche an der Frauenkirche

Pferdekutsche an der Frauenkirche

Dort, wo unser Weg am heutigen Tag begann, sahen wir noch einmal die Kuppel der Kunstakademie, die sich schön in einer Scheibe spiegelte.

"Zitronenpresse im Doppel"

“Zitronenpresse im Doppel”

Einmal um den Häuserblock gegangen und einen Blick in die Seitengassen warfen, kehrten wir zurück zur Frauenkirche. Dort bestiegen wir die Kuppel und konnten so aus 67 Metern Höhe einen schönen Blick über Dresden werfen.

Öffnungszeiten

  • November bis Februar – Montag bis Samstag: 10:00 bis 16:00 Uhr
  • November bis Februar – Sonntag: 12:30 bis 16:00 Uhr
  • März bis Oktober – Montag bis Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr
  • März bis Oktober – Sonntag: 12:30 bis 18:00

Eintrittspreise

  • Erwachsene 8 €
  • Ermäßigt: 5 €
  • Familien: 20 €

Wer den anstrengenden Weg nach oben auf sich genommen hat, wird mit einer schönen Aussicht belohnt. Warum anstrengend? Zunächst fährt man mit einem Aufzug bis auf 24 Metern Höhe, die restlichen 43 Meter muss man über schmale Treppen und den sogenannten “Eselsgang” zurücklegen. Dieser umläuft die äußere Kuppel zweieinhalb Mal und hat eine Steigung von 14 Prozent. Sicherheitshalber befinden sich hier kleine Bänke zum Ausruhen und für den Fall der Fälle auch ein Laien-Defibrillator.

Blick aufs Albertinum und Teil des Brühlschen Gartens

Blick aufs Albertinum und Teil des Brühlschen Gartens

Blick Richtung Dresdner Fernsehturm und das Umland.

Dresdner Umland

Dresdner Umland

Die Kunstakademie Dresden mit Elbblick, Sächsischem Finanzministerium, Carolabrücke und der Staatskanzlei in der Inneren Neustadt.

Blick Richtung Innerer Neustadt

Blick Richtung Innerer Neustadt

Residenzschloss, Teil des Zwingers, St. Trinitatis, Semperoper und Sächsisches Ständehaus. Im Vordergrund der Fürstenzug.

Residenzschloss, Teil des Zwingers, Semperoper, St. Trinitatis

Residenzschloss, Teil des Zwingers, Semperoper, St. Trinitatis

Der Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt, zu Füßen der Frauenkirche.

Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche

Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche

Nachdem wir uns einige Zeit den Wind um die Ohren haben wehen lassen, stiegen wir wieder herab. Auch beim Abstieg muss man aufpassen, die Treppen sind zum Teil nicht minder steil und eng als beim Aufstieg. Unten angekommen, leuchtete die bald untergehende Sonne die Frauenkirche schön an.

Frauenkirche im warmen Abendlicht

Frauenkirche im warmen Abendlicht

Auch in der Münzgasse herrscht weiterhin allerlei Betrieb.

Münzgasse

Münzgasse

Ein letzter Blick auf das Finanzministerium und die Staatskanzlei im Tageslicht an diesem Tag.

Finanzministerium und Staatskanzlei

Finanzministerium und Staatskanzlei

Wir wechselten die Elbseite und befanden uns nun nicht mehr in der Altstadt, sondern in der Inneren Neustadt. Von hier hat man einen schönen Blick herüber auf die Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Terrassenufer, die Elbe, Sekundogenitur, Ständehaus, Residenzschloss und St. Trinitatis. Rechts im Bild die Augustusbrücke.

Die Altstadt in der Dämmerung

Die Altstadt in der Dämmerung

Auch von der anderen Seite der Augustusbrücke zeigt sich ein schöner Blick mit der Brücke selber mit St. Trinitatis und der Schinkelwache.

Augustusbrücke, St. Trinitatis und Schinkelwache

Augustusbrücke, St. Trinitatis und Schinkelwache

Wie bereits erwähnt gibt es mehrer Rahmen, die auf Bilder von Canaletto aufmerksam machen. Geht man von der Augustusbrücke in Richtung Japanisches Palais, so erspäht man einen weiteren Rahmen. Dieser zeigt die Ansicht des Gemäldes “Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke” aus dem Jahr 1748. Das Original kann in der Galerie Alte Meister in der Sempergalerie des Zwingers betrachtet werden. Mit diesem Blick über das schöne Dresden verabschiedeten wir uns und kehrten zurück in unsere Ferienwohnung.

"Caneletto-Blick" vom rechten Elbufer

“Caneletto-Blick” vom rechten Elbufer

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