Ermita de Betlem – fernab in den Bergen

Ganz am Ende des Weges steht sie, die Ermita de Betlem. Ein unscheinbares Gebäude. Der Weg ist links und rechts von grüne, duftenden Zypressen begrenzt, gelegentlich wachsen Zwergpalmen am Wegesrand. Um uns herum ist es still, der Wind weht und einige Vögel zwitschern. Sonst ist nichts zu hören. Perfekte Abgeschiedenheit. Kein Wunder, dass sich die Mönche diesen Ort ausgesucht haben. Das war am 29. Juli 1805 – an diesem Datum wurde die Ermita de Betlem gegründet. Bis zum Herbst 2010 lebten und meditierten in diesem Kloster die Mönche, bevor sie aus Altersgründen in die Nähe von Valldemossa im Westen der Insel zogen.

Die 150 Meter lange Zypressenallee vor dem Kloster

Die 150 Meter lange Zypressenallee vor dem Kloster

Heute kann ihr Kloster besichtigt werden. Der Weg dorthin ist allerdings schmal – die Straße führt von Artà aus neun Kilometer durch das Gebirge der Serres Llevant in das Massís d’Artà. Serpentinen, enge Kurven, wenig Ausweichmöglichkeiten. Doch die Strapazen lohnen sich.

Rückseite der Ermita de Betlem

Rückseite der Ermita de Betlem

Das Gelände um das Kloster ist karg, aus dem Boden ragen Überbleibsel einer Mauer hervor. Auf der Rückseite sind mehrere Trampelpfade im Gelände erkennbar. Wir folgen einem von ihnen und gelangen an eine Stelle mit Blick auf das Mittelmeer. Im Vordergrund zeigt sich die kleine Urbanisation Betlem, im Hintergrund das Wasser der Badia d’Alcúdia – trichterförmig eingerahmt von den Ausläufern der Serres de Llevant.

Blick auf Betlem

Blick auf Betlem

Der Aussichtspunkt hinter dem Kloster

Der Aussichtspunkt hinter dem Kloster

Hier oben, vor den Toren Artàs, ist es noch immer ruhig. Einzig der Gärtner oder Hausmeister arbeitet hier momentan. Konzentriert bepflanzt er ein Beet und scheint unseren Besuch noch nicht einmal wahrgenommen zu haben. Er muss so etwas wie die gute Seele der Ermita de Betlem sein, der das Gelände und das Kloster hegt und pflegt. Touristisch ist es hier noch ruhig, obwohl dieser Ort in diversen Reiseführern empfohlen wird. Ob der Weg sie abschreckt? Doch uns soll es egal sein – denn so bleibt die Ruhe und Abgeschiedenheit weiter bestehen. Ruhe und Abgeschiedenheit, für die dieser Ort bekannt ist.

Hinweisschilder sucht man an dieser Stelle vergeblich – Informationen über die Ermita und ihre Geschichte gibt es auf spanisch, geschrieben auf weißen Kacheln und eingelassen im Mauerwerk oder in alten Steinen.

Spanische Inschriften

Spanische Inschriften

Sebastià de Sant Pau

Sebastià de Sant Pau

Heiligenmotive in der Klosterwand

Heiligenmotive in der Klosterwand

Doch halt – so ganz ohne Hinweisschilder kommt dieser Ort auch nicht aus. Eines haben wir entdeckt. Es steht vor den Türen, in der Nähe des kleinen Parkplatzes vor dem Gelände der Ermita de Betlem. Es weist den Weg zu einer kleinen Quelle, die sich nicht weit entfernt von hier befindet. Was es mit ihr auf sich hat, das erfahrt ihr im nächsten Reisebericht. Jetzt verlassen wir erst einmal wieder diesen Ruhepol Mallorcas, lassen die Kirche hinter uns und spazieren erneut durch die grüne und duftende Zypressenallee.

Hasta la vista, Ermita!

Hasta la vista, Ermita!

PS: falls ihr euch auch schon die Frage getellt habt – ja, “Betlem” leitet sich von Bethlehem ab!

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