Auf der Suche nach “la Petite Venise” in Colmar

Historische Fachwerkhäuser und prachtvolle Bürgerhäuser aus mehreren Jahrhunderten, so präsentiert sich Colmar im Elsass. Bekannt sein dürfte vor allem der Blick auf “la Petite Venise”, wo Gondeln über das Flüsschen Lauch pendeln und zu ungewohnten Blicken von der Wasserseite auf Colmar einladen.

Genau dieser Anblick war es, den ich bereits seit einiger Zeit im Hinterkopf hatte und den ich irgendwann einmal mit eigenen Augen sehen wollte. Als die Heimreise von Basel zurück ins Hessische anstand war der Moment schließlich gekommen – und nach weniger als einer Stunde befinden wir uns in der drittgrößten Stadt des Elsass’. Strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen Ende September begrüßen uns, ein gelungener Einstand.

Auf den Straßen in der Innenstadt herrscht reges Treiben, die Geschäfte mit traditionellen elsässischen Produkten und auch die Cafés sind ebenfalls gut gefüllt. Den Weg zum “kleinen Venedig” verfolgen wir nur grob und lassen uns lieber leiten. Mal links abbiegen, mal rechts herspazieren, dann nochmal rechts entlang der Fachwerkhäuser, wieder nach links in die kleine Seitengasse – egal woher man läuft, an jeder Ecke und Straße gibt es was zu sehen. Besonders angetan haben es mir die klassischen Geschäfte im lokalen Stil – wie ein kleiner Zeitsprung zurück in die Zeiten, als es an jeder Ecke noch den guten alten Tante-Emma-Laden gab und von Onlineshops noch keine Rede war.

Getreu dem Sprichwort “Leben wie Gott im Frankreich“ gibt es zudem eine große Auswahl an kulinarischgeprägten Lokalitäten: Boulangerie, Boucherie, Pâtisserie, Restaurants und die typische Winstub mit lokalen Weinen. Colmar gilt nicht umsonst als „Hauptstadt der elsässischen Weine“. Eigentlich ein Umstand, der mich veranlasst hätte, auch ein Gläschen zu probieren – wäre da nicht die Sache mit dem Rückweg nach Deutschland. Dennoch ein weiterer Grund, der Stadt einen  zweiten Besuch abzustatten und dabei dann auch das Umland ein wenig kennenzulernen. Bereits auf der Autobahn von Basel kommend, der A35/E25, sieht man in der Ferne den Höhenzug der Vogesen mit dem „Großen Belchen“, der höchsten Erhebung des Mittelgebirges mit 1.424 Metern Höhe, was Lust auf die Erkundung macht. Zum Vergleich: Colmar liegt auf einer Höhe von 175 bis 214 Metern

Fachwerkhaus in Colmar

Fachwerkhaus in Colmar

In der Altstadt

In der Altstadt

"la cocotte de grand-mère"

“la cocotte de grand-mère”

"Apfelstrudel + glace vanille 5,00"

“Apfelstrudel + glace vanille 5,00”

Grand Rue

Grand Rue

Ab und an hilft uns dann ein kleiner Blick auf die Karte, um wieder auf die grobe Richtung zum “Petite Venise” zu kommen – zu verlockend sind die anderen Straßen in der Innenstadt von Colmar. Schon auf dem Weg zum eigentlichen Ziel des Zwischenstopps denke ich über den nächsten Besuch in der gut 67.000 Einwohner zählenden Stadt nach. Unterdessen begegnen uns Stadtführer, die ihren Gruppen auf Englisch und Französisch allerlei Daten und Geschichten über die 823 erstmals urkundlich erwähnte Stadt näher bringen. Genau das mag ich – sich in einer fremden Stadt aufhalten und den verschiedenen Sprachen lauschen. Mein Französisch ist zwar nicht mehr das beste, aber manches verstehe ich dann doch noch.

Nur wenige Ecken später finden wir “Klein Venedig” – das Viertel Krutenau mit dem Motiv, was jeder wahrscheinlich mit der elsässischen Stadt verbindet: Gondeln auf einem kleinen Fluss inmitten eines mit Fachwerk- und Bürgerhäusern umrahmten Fleckchens. Vor uns nun ein wahrgewordenes Postkartenmotiv, welches in kürzester Zeit auf zahlreiche Speicherkarten der Umstehenden gebannt wird.

"Petite Venise" im Herzen von Colmar

“Petite Venise” im Herzen von Colmar

Spiegelung am Fluss "Lauch"

Spiegelung am Fluss Lauch

Blick zur anderen Seite im "Kleinen Venedig"

Blick zur anderen Seite im “Kleinen Venedig”

Die Lach vom Boulevard Saint-Pierre

Die Lauch vom Boulevard Saint-Pierre aus gesehen

Wenn die Zeit für den aktuellen Besuch schon begrenzt ist, dann wenigstens eine regionale Spezialität mit zurück nach Deutschland nehmen. Durch den vorherigen Streifzug sind uns zwei Läden in Erinnerung: “Maison Alsacienne de Biscuiterie”, wo im Schaufenster bereits die farblich sortieren Macarons warten und das “Jardis et Gourmande”, ein Café. Nicht irgendein Café, sondern solch eines, wie man es sich in Frankreich vorstellt, ganz klassisch mit Holztischen und -stühlen und diesem…ich nenne es einfach mal “stilvollem Ambiente”.

Genauso stilvoll hat sich uns Colmar auch präsentiert. Sonnenschein, angenehme Temperaturen und eine herrliche Innenstadt. Zum Abschluss sei noch gesagt – unbedingt am Quai de la Poissonnerie entlanglaufen. Warum, das werdet ihr spätestens vor Ort selber sehen.

Au revoir, Colmar!

jardis & gourmande

jardis & gourmande

Quai de la Poissonnerie

Quai de la Poissonnerie

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